#Cover #Rap Sa, 03.02.2018

GReeeN - Rappae Tour 2018

Support: Grinch Hill

Matrix Bochum

Einlass: 19:00 Uhr Beginn: 20:00 Uhr VVK: 15 € AK: 19 €

Bandinfo

Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der geneigte Leser beim ersten Anblick des Namens GReeeN die Augen verdreht und „Noch ein Berliner Kiffer“ in die Welt stoßseufzt.

Aber das wäre falsch. Falsch, was den Hintergrund und die Herkunft von GReeeN angeht, falsch, was die Bedeutung des Namens angeht und falsch, weil man konditionierungsbedingten Vorurteilen nicht nachgeben sollte. Check your head. Für den 27-jährigen Mannheimer Pasquale Denefleh, der sich hinter dem Pseudonym GReeeN verbirgt, stecken viel alteingesessenere Dinge hinter der Namensgebung.

Grüne Ampeln zum Beispiel. Oder Dinge im grünen Bereich. Grün ist die Farbe der Hoffnung, in der Lehre der Farbtherapien ist Grün die reine Beruhigung. Grün steht für die Natur - und nein, da geht es immer noch nicht um Ott/Weed/Mary Jane, sondern um Bäume und relativ unrauchbare Wiesen. Hippiedinge, ja, aber eben ohne den klischeehaften Joint. Der wird nicht propagiert und nicht verdammt, er findet hier einfach nicht wirklich statt. GReeeN geht es unter’m Strich um ein viel einfacheres High: Das High des Seins an sich. Die Konzentration auf das Wesentliche in einer wahnsinnig schnellen konsum- und statusorientierten Welt. Das vermittelt er dann auch gekonnt in einer gelungenen Melange aus Reggae, Rap und Pop: Eingängige, freundliche Melodien treffen auf positive Vibes in den Texten.

„Wenn es mir mal nicht so gut ging, dann habe ich positive Musik geschrieben, um mir selber Mut zuzusprechen“ erklärt GReeeN seine Anfänge. „Natürlich habe ich auch schon, wenn ich traurig war, traurige Musik geschrieben - aber danach war ich dann noch trauriger. Lieder zu schreiben, die mir selber Mut machen, wenn es mal nicht so läuft - das hat für mich so krass gewirkt! Und es ist wunderschön, wenn mir Fans schreiben, dass sich diese positiven Energien auch auf sie ausgewirkt haben. Ich schreibe im Grunde für mich, und ich veröffentliche diese Musik, weil ich gemerkt habe, dass sie auch anderen Menschen helfen kann. Die meisten Nachrichten, die ich bekomme, drehen sich genau da drum: Leute bedanken sich dafür, dass ich ihnen eine andere, eine neue Perspektive auf ihr Leben ermöglicht, und ihnen mit meiner Musik quasi die Augen geöffnet habe.“

GReeeN hat begriffen, dass man nicht unbedingt Geldbergen nachjagen muss, um glücklich und zufrieden zu sein. Er hat begriffen, dass die schönsten Dinge nichts kosten und, dass Leben und Liebe größere Güter sind, deren Wert wir nur hin und wieder zu gerne vergessen (darauf fußt auch der Titel des im August 2015 erscheinenden Debütalbums „Vergessenes Königreich“). Er hat begriffen, dass man sich vom Alltagsstress nicht auffressen lassen darf und, dass es viel mehr bringt, wenn man sich in regelmäßigen Abständen auf eine Wiese legt und einfach mal ein bisschen ernsthaft über die Existenz von Flora und Fauna staunt. Er hat begriffen, dass man erwachsen werden darf, so lange man dabei nicht das Kind in sich vergisst. Und wenn er das nicht gerade vorlebt, dann verpackt er all diese Weisheiten in seiner Musik, allerdings völlig ohne erhobenen Zeigefinger, Besserwisserein oder Gemäkel.

Das kommt an, seine Hörerschaft dankt es ihm schon seit seinen ersten Veröffentlichungen, der „Alles Grün EP“ (Aug. 2013) und „Hippie 2.0“ (Aug. 2014). Die gab es nicht nur über die einschlägigen digitalen Portale käuflich zu erwerben, sondern jeweils auch als Gratisdownload; gekauft wurden sie trotzdem - und das nicht zu knapp.

Immerhin erlauben sie es ihm bis heute, in Ruhe seiner Arbeit als Musiker nachzugehen - was die Theorie unterstützt, dass einem, wenn man nur positiv genug an die Dinge heran geht, auch fast nur positive Dinge zuteil werden.

In diesem Sinne: Keep it Hippie. Es macht das Leben viel einfacher.

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2018-04-24 03:04:19